Eine Stadt für Toleranz – Kooperation mit Gustav Heinemann Gesamtschule

Eine Stadt für Toleranz – Kooperation mit Gustav Heinemann Gesamtschule

Stellt euch vor, ihr geht durch eure Heimatstadt. Was seht ihr, wenn ihr euch Mauern, Häuser oder Fassaden anschaut? Genau! Wandmalereien, die meistens nichts aussagen. Die Gustav Heinemann Gesamtschule möchte das ändern und hat schon den ersten Schritt dafür getan. Jede Woche treffen sich junge Schülerinnen und Schüler im Kunstraum der Huckarder Gesamtschule und werden kreativ, um ihr Heimatstadt Dortmund zu verschönern. Viel wichtiger ist aber, dass sie ganz nebenbei eine wichtige Botschaft dabei zum Ausdruck bringen: Zitate und Bilder von berühmten Menschen sollen alle Bewohner daran erinnern, dass Toleranz in vielen Städten im wahrsten Sinne des Wortes noch zu klein geschrieben wird. Also basteln die Gesamtschüler Schablonen, um ihre selbst ausgewählten und manchmal auch ausgedachten Zitate an so vielen Dortmunder Wänden wie möglich anzusprayen.

Begleitet werden sie dabei von der Künstlerin Susanne Lilienfeldt, die bereits letztes Jahr das Projekt an der Anne-Frank-Schule betreute und von dem Engagement der Schüler begeistert war. Allerdings möchte man gar nicht glauben, wie schwer es ist, so ein wichtiges Projekt umzusetzen. „Wir bekommen leider nicht viele Genehmigungen, um Gebäude in Dortmund zu besprühen“, erklärt die selbständige Designerin und Künstlerin, welche von den Schülern ganz einfach „Susi“ genannt wird. Dennoch sind sie und die Schüler damit zufrieden, nach und nach ein paar Stellen in den Dortmunder Stadtteilen mit den Zitaten verschönern zu können.

Das Hauptziel der AG ist es, irgendwann ganz Dortmund mit Zitaten und berühmten Gesichtern besprayt zu haben. Dadurch wird den Leuten möglichst oft in Erinnerung gerufen, wie wichtig Toleranz für das Zusammenleben und die Gemeinschaft ist.

Außerdem ist eine Ausstellung der bisher erarbeiteten Kunstwerke geplant. Stattfinden soll diese in der Steinwache Dortmund, welche früher als Ort brutaler Verhöre und Folterungen durch Nationalsozialisten galt.

Trotz des jungen Alters (zwölf bis vierzehn Jahre), gehen die Schüler mit dem nötigen Ernst an das Thema heran. Viele sind bereits seit Anfang des Schuljahres in der AG und die anderen wurden von Schulfreunden „einfach mitgeschleppt“. Sie arbeiten konzentriert zusammen und helfen sich untereinander beim Aussuchen und Ausschneiden der Zitate. Somit bleiben sie auch eben diesen Sprüchen treu: „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte“ (Gustav Heinemann).