Magic Moves

„Jede darf sich eine Trommel aussuchen!“, begrüßt Gad A. Osafo die Kulturrucksackkids. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, bei dem riesigen Angebot an afrikanischen Instrumenten. Als sich jedes Mädchen für einen Platz und somit eine Trommel entschieden hat, stellt sich die Gruppe nacheinander vor. Da alle Kursteilnehmerinnen oder ihre Familie einen afrikanischen Migrationshintergrund haben, geschieht dies jedoch nicht auf die übliche Art und Weise.

Osafo beginnt mit seiner Geschichte und erzählt, wie er vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen ist und nachdem er als Ingenieur gearbeitet hat, nun durch Deutschland und seine Nachbarländer reist, um unter anderem für Amnesty International zu trommeln. Außerdem beschäftigt er sich intensiv mit der Musik als Therapiemittel.

Dann sind die Mädchen dran: sie nennen sowohl ihren deutschen, als auch den afrikanischen Namen und erzählen, woher ihre Eltern oder ihre Familie ursprünglich stammen. Da in diesem Kurs nicht nur das Trommeln gelehrt wird, sondern die Jugendlichen auch etwas über ihr Herkunftsland wissen sollen, wird zu jedem Instrument eine kleine Geschichte erzählt. Abwechselnd probieren die Mädchen die Technik des Spielens aus, was sie trotz der ungewohnten Haltung und Benutzung sehr gut machen.

Gad A. Osafo ist begeistert von „so viel Rhythmusgefühl“ und gemeinsam üben sie die ersten Takte auf der Trommel ein, um am Ende des Projekts eine coole Performance im Fritz-Henßler-Haus hinlegen zu können.

Gleichzeitig bringen Zarko Trajkovski und Richard Yeboah die Bühnen des Dietrich-Keuning-Haus zum beben. Natürlich erhalten sie auch hier tatkräftige Unterstützung der Kulturrucksackkids und üben zusammen Choreographien im Bereich Hip Hop und Modern Dance, aber auch traditionelle afrikanische Tänze ein. Ebenso wird gerappt und gesungen, mit Mikros und in einem richtigen Tonstudio. Auch hier haben viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen afrikanischen Migrationshintergrund und sollen mit Hilfe des Muiskprojekts so viel wie möglich über ihre Kultur erfahren. Trotzdem: im Mittelpunkt steht natürlich der Spaß an dem Gesang und der Bewegung. Und der lässt das Projekt nach kurzer Zeit wie eine große Party für die Kulturrucksackkids werden.

Wer weiß – vielleicht kann man die beiden Gruppen ja am Ende gemeinsam auf einer Bühne sehen und mitfeiern?